Geschichts-Exkursion in den Regierungsbunker

  • 25 März 2019 |

20190205 regierungsbunker 10b6Am 5. Februar stand eine Exkursion im Fachbereich Geschichte für die Klassen 10 a und 10 b an.

In Begleitung von Herrn Giloj und Herrn Verges brachen wir am frühen Morgen nach Ahrweiler zum Regierungsbunker auf. Im Bunker erhielten wir zunächst eine kurze Einführung, bevor unsere eigentliche Führung durch das ehemalige ”Top-Secret-Projekt” der westdeutschen Bundesregierung begann.
Der Bunker wurde für den Fall angelegt, dass es zu einem Atomschlag gegen die Bundesrepublik Deutschland kommen würde. Diese Angst war unter der deutschen Bevölkerung während des Kalten Krieges ständig präsent. Man fürchtete zwischen die Fronten der Sowjetunion und den USA zu geraten, zumal Deutschland, durch die Teilung in Ost und West, an der Nahtstelle der Systemkonkurrenz lag. Der Regierungsbunker war also der Ort, in dem sich die westdeutsche Führungselite einfinden konnte, sollte es zu einem Krisenfall kommen. Hier hätte man genug Verpflegung vorgefunden, um etwa 250 Menschen einen Monat lang ausreichend zu ernähren. Außerdem war der Bunker darauf ausgelegt, Schutz vor der Sprengkraft und der Strahlung einer Atombombe, vergleichbar mit der Hiroshima­-Bombe, zu bieten.
20190205 regierungsbunker 10b1Während der Führung erhielten wir genauere Einblicke in die Schutzmechanismen, die technische Ausstattung und die Unterkünfte, über die das Gebäude verfügte. So konnte der Bundespräsident zum Beispiel eine Krisenrede aufzeichnen. Ausgeklügelte Abluft- und Filtersysteme garantierten unbeschwertes Atmen für rund 30 Tage, sollte die Luft außerhalb verunreinigt beziehungsweise verstrahlt sein. Der Bau des Bunkers begann 1962 und verschlang bis zu der Fertigstellung, im Jahr 1971, umgerechnet ungefähr 2,4 Milliarden Euro an Regierungsgeldern. Der Bunker wurde allerdings nie aus Krisengründen verwendet. Nur um den Ernstfall zu simulieren, fanden sich die wichtigsten Mitglieder der Regierung oder ihre Vertreter in unregelmäßigen Abständen für zwei Wochen im Bunker ein.

Nach der Wende entschied man, dass der Bunker von keinem Nutzen mehr sei. Im Jahr 2001 wurde der Rückbau aufgrund von giftigen Baustoffen angeordnet. Dieser wurde 2006 allerdings unterbrochen, als nur noch ein Zehntel des Bunkers stand. Eine Umfunktionierung in ein Museum war der nächste Schritt, der 2008 umgesetzt wurde. 

Das Haus der Geschichte

Nach dem Regierungsbunker fuhren wir weiter nach Bonn, um das Haus der Geschichte zu besuchen. Die Führung begann mit der unruhigen u. politisch unstabilen Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Anhand von Kleidern und Alltagsgegenständen, die20190205 regierungsbunker 10b3 allesamt behelfsmäßig aus ehemaligem Kriegsgerät hergestellt waren, wurden uns die Lebensverhältnisse dieser Zeit sehr eindrucksvoll vermittelt.
Weiter ging es mit der Berliner Luftbrücke und dem Beginn des „Kalten Krieges”. Im Haus der Geschichte kann man sogar durch den Laderaum eines „Rosinenbombers” gehen.  Vorbei an einem ehemaligen sowjetischen Panzer, der an den Arbeiteraufstand in der DDR erinnern sollte, ging es zu den eindrucksvollen Produkten des „Wirtschaftswunders”.
20190205 regierungsbunker 10b2Anschließend wurde die Geschichte der STASI und das Thema „Mauerfluchten” thematisiert. In der nächsten Etage wurde uns dann ein originaler „Hippiebus” aus den USA gezeigt und im Zusammenhang mit der Mondlandung, konnte man sogar einen echten Mondstein bestaunen. Nun folgten der Mauerfall u. die friedlichen Revolution in der DDR. Angekommen in der Gegenwart, stand das aktuelle Thema Flüchtlinge u. Digitalisierung im Vordergrund. 

Insgesamt hat uns die Führung durch den Bunker u. das Haus der Geschichte viele verblüffende u. anschauliche Details der deutschen Geschichte offenbart, ohne dabei trocken zu wirken.

Anton Ebbinghaus u. Charlotte Schleppegrell , 10b

Letzte Änderung am Montag, 25 März 2019 17:00
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