Bewerbertraining am MTG
„Junge, warum hast du nichts gelernt?“ Diese Frage wird von der deutschsprachigen Rockgruppe Die Ärzte in ihrem Lied „Junge“ gleich zu Beginn gestellt. Im weiteren Songverlauf stehen recht ratlose Eltern einem Heranwachsenden gegenüber, der sich ihrer Meinung nach zu wenig um seine (berufliche) Zukunft kümmert. Dass das Finden eines Traumberufs gar nicht so leicht ist, erfuhren die Schülerinnnen und Schüler der 9c am 07. Juni 2010 im Rahmen eines Bewerbertrainings, das durch Frau Sandra Stahl, Mitarbeiterin der Kreissparkasse Westerwald, durchgeführt wurde.
Nach einer thematisch ausgerichteten Begrüßungsrunde stellte Frau Stahl zunächst einige offene Fragen, über die sich die Lerngruppe schriftlich Gedanken machen sollte. Fragen wie „Was kann ich?“ oder „Was will ich?“ führten dazu, dass sich die Jugendlichen mit ihren Stärken und Schwächen auseinandersetzten und über ihre besonderen Fertigkeiten reflektierten. Dabei wurde insgesamt erkennbar, dass das Thema der beruflichen Orientierung noch nicht im Horizont der Neuntklässler ist. Die Rückmeldungen zeigten, dass nur vereinzelte Praktikumserfahrungen oder Erfahrungen mit der Arbeitswelt vorhanden sind, so dass Frau Stahl die Möglichkeit eines Praktikums in den Herbstferien bei der Kreissparkasse Westerwald erläuterte. Außerdem appellierte sie daran, dass man als junger Mensch generell viele Praktikumsgelegenheiten wahrnehmen soll, um so zu erfahren, welche Berufssparten für einen von Interesse sind und welche nicht. Der Austausch führte dazu, dass einige Schülerinnen und Schüler feststellten, dass sie bereits über bestimmte Fähigkeiten verfügen, die es in Zukunft auszubauen gilt. So sind beispielsweise fundierte Fremdsprachenkenntnisse, Erfahrungen im handwerklich-technischen Bereich, aber auch ehrenamtliche sowie sportliche Tätigkeiten erste Ansatzpunkte, wenn es darum geht, den eigenen Traumberuf zu finden. Persönliche Interessen und gute Zensuren in Schulfächern sollten hierbei selbstverständlich ebenfalls berücksichtigt werden.
Dass eine Bewerbung eng mit dem Thema Werbung verknüpft ist, wurde im weiteren Verlauf thematisiert, denn die AIDA-Formel, deren Bezeichnung sich von den englischen Schlagworten „attention“, „interest“, „desire“ und „action“ ableitet, sollte auch bei Bewerbungen berücksichtigt werden. Frau Stahl gab hier sehr viele Informationen hinsichtlich des korrekten Verfassens von Anschreiben und Lebenslauf. Ferner erklärte sie, worauf man in formaler Hinsicht achten müsse, also welche Form die Bewerbungsunterlagen wahren sollten. Zudem verwies Frau Stahl darauf, dass von Jugendlichen oft genutzte Internetportale wie „wer-kennt-wen“ oder „facebook“ auch von Personalchefs begutachtet würden, um sich ein Bild von einem potenziellen Bewerber zu machen. Deswegen sei es ratsam, Informationen und Fotos nicht komplett öffentlich zu machen, da sich manche Freizeitaktivitäten äußerst negativ auf den Erfolg einer Bewerbung auswirken könnten.
Im interaktiven Teil präsentierte sie ein fehlerhaftes Anschreiben, in welchem die Schüler sowohl sprachliche, formale als auch inhaltliche Fehler identifizieren konnten. Diese Aufgabe gelang der Lerngruppe gut, was die Anschaulichkeit der vorauslaufenden PowerPoint-Präsentation belegt.
Abschließend erhielten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich weiteres Informationsmaterial der Kreissparkasse Westerwald zum Thema zukommen zu lassen. Diese Materialien enthalten weitere Tipps und bieten auch Einblicke in den Themenkreis der Auswahltests, die viele Unternehmen nach einem Bewerbungsgespräch fordern.
Insgesamt stellte das Bewerbertraining eine sehr aufschlussreiche Ergänzung des Deutschunterrichts dar und Frau Stahl sei für die Bereitstellung der fundierten Einblicke und die Präsentation ganz herzlich gedankt.
(Erik Buhrmann, Juni 2010)