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Hadamar – eine Gedenkstätte des Entsetzens
Coole Zwölftklässler mal ganz anders
„Lernen durch Lehren“ – das neue Projekt des Leistungskurses Geschichte 12GL2 mit Kursleiter Marcel Moning führte die Schüler unter anderem zur Gedenkstätte nach Hadamar. Direkt mit dem Grauen des Zweiten Weltkrieges und der Geschichte von unzähligen Euthanasieopfern konfrontiert, zeigten sich alle tief betroffen.
Die Besichtigung begann mit einem Vortrag über zwei wichtige Themen des Zweiten Weltkrieges: Propaganda und Machtausübung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP). Eine Ausstellung, die den Verlauf der Euthanasieverbrechen, chronologisch in die erste und zweite Mordphase gegliedert, mit deren verheerendem Ausgang zeigte. Viele der dargestellten Einzelschicksale, von Opfern und auch Tätern, sowie Tagesablauf in der Anstalt und Aufbau des NS-Regimes hinterließen tiefe Spuren bei den Anwesenden.
Der weitere Weg der Führung durch die Gedenkstätte erwies sich als besonders schwierig: Es war der Weg der damaligen Opfer. Nachdem sie mit Bussen nach Hadamar gebracht wurden, durchschritten sie eine Schleuse, die Sicht- und gleichzeitig Fluchtschutz war. In einem separaten Raum, als Fotoraum getarnt, mussten die Opfer sich entkleiden. Sie wurden dem Tötungsarzt vorgeführt, der nach Akten- und Krankenlage eine mögliche Todesursache für jedes Opfer festlegte. Diese wurde später auf dem Totenschein vermerkt, so dass Angehörige keinen Verdacht von dem geschehenen Mord schöpfen konnten.
Der wohl beeindruckendste Teil der Führung führte die Zwölftklässler in den Keller und sie fanden sich in der Gaskammer wieder. Tausende von Menschen hatten dort ihr Leben verloren und plötzlich waren es 17 Jugendliche, die hier standen. Wohl jeder von ihnen wusste, was nun vor über 60 Jahren passiert wäre und allein dieses Gefühl sorgte für nervöses Magenkribbeln. Die herrschende Platzangst verstärkte sich jedoch noch mehr, als bekannt wurde, dass in diesen kleinen Raum über 100 Menschen gedrängt wurden.
Doch das Entsetzen wurde noch größer: Ein Seziertisch im angrenzenden Raum ließ kaum Luft zum Atmen. Damals wurden dort mit den Leichen experimentiert und sie wurden zu „Forschungszwecken“ missbraucht. Der abschließende Besuch im Krematorium machte deutlich, was die Menschen in einem Umkreis von sechs Kilometern Entfernung schon damals ahnten oder wussten: Bis zu fünf Leichen wurden hier verbrannt, der pechschwarze Rauch aus den Kaminen zeugte von dem abscheulichen Treiben.
Schockiert, aber froh darüber, diesem Schreckensort den Rücken zukehren zu können, endete die Führung mit einer Besichtigung des höher gelegenen Friedhofs und dessen Denkmal. Mit dem Betreten der dort gelegenen Massengräber wurden weitere schreckliche, entsetzliche Eindrücke über die Euthanasieverbrechen gesammelt, die bei einer abschließenden Besprechung noch einmal aufgearbeitet wurden.
Das Fazit:
Die Besichtigung der Gedenkstätte hat geholfen die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges besser zu verstehen und gezeigt, dass man so eine Schreckenszeit nicht einfach vergessen darf. Wegen der gesammelten Eindrücke ist der Besuch der Gedenkstätte in Hadamar einerseits sehr informativ aber andererseits auch sehr traurig und bedrückend. Wir vom Leistungskurs Geschichte empfehlen den Besuch der Gedenkstätte und eine Führung unbedingt: Nur so können sich hoffentlich solche Grausamkeiten nicht mehr wiederholen.
Bildnachweis:
(21.6.2010)