„Wo ist das Sekretariat? Wie komm ich denn zum Lehrerzimmer?“ Diese und andere Fragen gibt es in den letzten Tagen am Mons-Tabor-Gymnasium immer häufiger in den Gängen zu hören. Der Grund dafür ist der 2,5 Millionen Euro teure Neubau, der am Montag teilweise bezogen worden ist.
Von Andreas Egenolf
Montabaur. „Durch die zentrale Lage erhält das MTG ein neues Herzstück“, schwärmt Schulleiter Fritz Mohr, wenn er über den nun fertig gestellten Anbau seiner Schule redet. Lange genug mussten die Schüler und Lehrer auf dieses „Herzstück“ warten, denn ursprünglich war die Fertigstellung sowie der Bezug des neuen Gebäudes für Sommer 2010 geplant, doch die Natur machte den Planungen einen Strich durch die Rechnung. „Zwei harte Winter waren hauptsächlich dafür verantwortlich, dass das Gebäude erst jetzt fertig wurde“, erklärt der Schulleiter. Nachdem Baubeginn im Herbst 2009 gab es zudem Probleme bei den Gründungsarbeiten, die zusammen mit erhöhten Anforderungen im Brandschutzbereich für weitere Verzögerungen bei den Baumaßnahmen sorgten. Trotz aller Umstände kann sich das Ergebnis sehen lassen: Der dritte Neubau des Mons-Tabor-Gymnasiums nach 2003 und 2008 bietet im Inneren nun Platz für einen neuen Verwaltungstrakt sowie ein Lehrerzimmer. „Die Kollegen erhalten nun mehr Platz, wodurch sich auch die Arbeitsbedingungen wesentlich verbessern“, so Mohr. Weiterhin erhalten die Schüler im Erdgeschoss neue Aufenthaltsräume und Toiletten, die vom Schulhof aus zu erreichen sind. Bis diese Räumlichkeiten jedoch endgültig in Schülerhand sind dauert es allerdings bis Anfang Mai, da die Möblierung noch fehlt. Für die Sauberkeit der neuen Toiletten wird bis zum Ende des Schuljahres eine Toilettenaufsicht verantwortlich sein, die den Erfahrungen der Vergangenheit mit zerstörten und verdreckten Klos einen Riegel vorschieben soll. Zu den weiteren Aufgaben sagt der Schulleiter: „Die Toilettenaufsicht wird nach den Osterferien den kompletten Vormittag neben den Toiletten auch ein Auge auf die neue Schülerküche haben. Das wird dann probeweise bis zum Ende des Schuljahres so durchgeführt.“ Für die Finanzierung der Aufsicht wird von den Schülern ein geringer freiwilliger Betrag eingesammelt, der jedoch unterschiedlich aufgenommen wird. Liegt die Zahlungsmoral bei den kleineren Schülern recht hoch, weigert sich in der Oberstufe ein kompletter Kurs gegen das „Klogeld“. „Es liegt halt im Ermessen der Schüler, ob sie bezahlen“, kommentiert Fritz Mohr die Zahlungsbereitschaft. Zufrieden ist er vollends mit der Ausführung des Baus: „Man muss dem Westerwaldkreis als Schulträger und dem Land Rheinland-Pfalz Dank sagen für die finanzielle Unterstützung, denn mit dem Ergebnis kann man höchstzufrieden sein.“ Zur Frage, ob das Gymnasium in absehbarer Zeit noch weiter baulich verändert wird, entgegnet Mohr mit einem Nein: „Die Schule soll und wird schülermäßig nicht mehr Weiterwachsen, denn irgendwann sind unsere Kapazitätsgrenzen erreicht. Außerdem sind am Gebäude bauliche Erweiterungen kaum noch vorstellbar.“ Allein in diesem Schuljahr besuchen 1616 Schüler das drittgrößte Gymnasium von Rheinland-Pfalz. Um mehr Möglichkeiten für Unterrichtsräume zu schaffen, wird unterdessen das alte Lehrerzimmer zurück- und umgebaut, so dass ab dem Schuljahr 2011/2012 hier acht neue Klassenzimmer entstehen.

Lehrerzimmer und "Lounge"





